Symbol für Sicherung: Bedeutung im Schaltplan kurz erklärt

Veröffentlich am
20/3/2026

Wer einen Stromlaufplan, Verteilerplan oder Geräte-Schaltplan in der Hand hat, stößt schnell auf ein scheinbar unscheinbares Zeichen: das Symbol für Sicherung. Genau dieses Symbol entscheidet in der Praxis oft darüber, ob Sie einen Plan richtig interpretieren (und ob klar wird, welches Bauteil im Fehlerfall zuerst auslöst).

Damit Sie Schaltpläne schneller lesen und typische Verwechslungen vermeiden, finden Sie hier eine kurze, praxisnahe Erklärung: Was das Sicherungssymbol bedeutet, welche Varianten es gibt und welche Angaben im Plan wirklich wichtig sind.

Was bedeutet das Symbol für Sicherung im Schaltplan?

Eine Sicherung ist ein Überstromschutz. Sie unterbricht einen Stromkreis, wenn der Strom zu hoch wird, zum Beispiel durch Kurzschluss oder Überlast. Ziel ist es, Leitungen, Geräte und im Idealfall auch die Brandlast zu schützen.

Im Schaltplan steht das Symbol also immer für ein Schutzorgan, das in Reihe im Leiter liegt (typisch im Außenleiter, je nach System auch mehrpolig).

Wichtig: Der Begriff „Sicherung“ wird im Alltag oft für unterschiedliche Schutzgeräte verwendet. Im Schaltplan wird aber meist klar unterschieden:

  • Schmelzsicherung (Fuse) als austauschbarer Einsatz.
  • Leitungsschutzschalter (LS, „Sicherungsautomat“) als wieder einschaltbarer Schutzschalter.

So sieht das Sicherungssymbol typischerweise aus

Das exakte grafische Zeichen kann je nach CAD-Bibliothek, Normenwerk und Darstellungsart leicht variieren. In Europa orientieren sich viele Darstellungen an IEC/DIN EN 60617 (Grafische Symbole für Schaltpläne). In der Praxis sehen Sie bei klassischen Schmelzsicherungen häufig:

  • ein kleines Rechteck im Leiterverlauf (manchmal mit Zusatzmarkierung, je nach Symbolsatz)
  • daneben oder darüber den Kennbuchstaben (häufig „F“ für Fuse) und eine Nummer, z. B. F1
  • ergänzende Angaben zur Auslöse- oder Bauart, z. B. 10 A, gG, T

Entscheidend ist nicht nur die Form, sondern das Gesamtpaket aus Symbol plus Beschriftung.

Vereinfachter Stromlaufplan-Ausschnitt mit drei Symbolen nebeneinander: Schmelzsicherung (Rechteck im Leiter), Leitungsschutzschalter (Schalter-Symbol mit Auslösekennzeichnung) und FI/RCD (mehrpoliges Schaltsymbol mit Prüftaste/Delta-I-Hinweis). Neben den Symbolen stehen beispielhafte Bezeichnungen wie F1, Q1 und RCD1.

Wenn Sie grundsätzlich öfter mit Planzeichen zu tun haben: Im Beitrag „Symbol Elektroplanung: Die wichtigsten Zeichen einfach erklärt“ finden Sie den breiteren Überblick über gängige Symbole in Grundriss- und Stromlaufplänen.

Die wichtigsten Sicherungsarten und ihre Symbole (praxisnah erklärt)

Damit Sie das Symbol für Sicherung richtig einordnen, lohnt der Blick auf die häufigsten Typen.

Schmelzsicherung (DIAZED/NEOZED, Feinsicherung)

Woran erkennt man sie im Plan? Oft am „F“-Kennzeichen (z. B. F1, F2) und einer Stromangabe in Ampere. In Geräteplänen (Elektronik) sind Feinsicherungen sehr verbreitet.

Typische Planangaben, die dazugehören:

  • Nennstrom (z. B. 2 A, 10 A)
  • Charakteristik (z. B. flink oder träge, oft als Buchstabe wie F oder T)
  • bei Energieverteilungen zusätzlich die Gebrauchskategorie, z. B. gG (Allzwecksicherung für Leitungs- und Geräteschutz)

NH-Sicherung (Niederspannungs-Hochleistungs-Sicherung)

Diese Sicherungen sitzen häufig in Hauptverteilungen oder im Zählerumfeld (je nach Anlagenkonzept). Im Plan tauchen sie ebenfalls als Sicherung (F…) auf, oft mit höheren Nennströmen und Zusatzangaben.

Praxis-Tipp: Wenn im Plan hohe Bemessungswerte, Selektivitätsangaben oder Begriffe wie „NH“ stehen, ist das ein starker Hinweis auf eine Haupt- oder Vorsicherungsebene.

Leitungsschutzschalter (LS, „Sicherungsautomat“)

Viele sagen „Sicherung“, meinen aber den Leitungsschutzschalter. Im Schaltplan ist das in der Regel nicht als Schmelzsicherungssymbol gezeichnet, sondern als Schutzschalter (oft mit Kennbuchstaben wie „Q“ oder einem LS-spezifischen Gerätesymbol, je nach Norm und Planstandard).

Typische LS-Angaben im Plan:

  • B16, C16, D16 (Charakteristik und Nennstrom)
  • 1-polig / 3-polig
  • ggf. Abschaltvermögen (kA), besonders relevant bei kurzen Leitungswegen oder hohen Kurzschlussströmen

Häufige Verwechslung: Sicherung vs. FI (RCD) vs. Überspannungsschutz

Beim Lesen von Plänen wird das Sicherungssymbol häufig mit anderen Schutzsymbolen verwechselt. Drei klare Abgrenzungen helfen:

Sicherung (Überstromschutz)

Schützt primär gegen zu hohen Strom (Kurzschluss, Überlast). Sie reagiert nicht „magisch“ auf gefährliche Berührungsspannungen, sondern auf Strom, der über den vorgesehenen Bereich hinausgeht.

FI/RCD (Fehlerstromschutzschalter)

Schützt bei Fehlerströmen gegen Erde (Differenzstrom) und ist wesentlich für den Personenschutz. Im Plan steht oft IΔn (zum Beispiel 30 mA) als zentrale Kenngröße.

Überspannungsschutz (SPD)

Schützt Geräte vor kurzen Überspannungen, zum Beispiel durch Blitz- oder Schaltvorgänge. Das ist ein anderer Schutzmechanismus als „Sicherung“.

Wenn Sie das Thema Schutzkonzepte vertiefen möchten: Der Vergleich „Spannungsregler vs. Überspannungsschutz“ hilft, Funktionen sauber zu trennen.

Was die Beschriftung am Sicherungssymbol wirklich aussagt

In vielen Plänen ist die Symbolform allein zu wenig. Die Musik steckt in den Angaben daneben.

1) Kennzeichen (z. B. F1, F2)

„F“ ist in vielen Planstandards der Hinweis auf eine Sicherung (Fuse). Die Zahl dahinter ist die laufende Nummer, damit man Sicherung und Stromkreis eindeutig zuordnen kann.

2) Nennstrom (A)

Die Ampere-Angabe sagt, bei welchem Dauerstrom das Bauteil betrieben werden darf. Das ist kein „Zielwert“, sondern die Grenze für die Auslegung. Zu groß dimensioniert kann Leitungen gefährden, zu klein dimensioniert führt zu unnötigen Auslösungen.

3) Charakteristik / Auslöseverhalten

Bei Gerätesicherungen finden Sie häufig „flink“ oder „träge“ (oft als F oder T abgekürzt). Bei Leitungsschutzschaltern ist die Charakteristik typischerweise B/C/D.

  • Flink: löst schneller aus, sinnvoll bei empfindlicher Elektronik.
  • Träge: toleriert kurzzeitige Einschaltströme (z. B. Motoren, Trafos).

4) Zusatzangaben (z. B. gG)

Bei Schmelzsicherungen in Energieverteilungen ist gG (früher oft gL) sehr häufig. Das hilft, die Sicherung als „Allzweck“-Sicherung für Leitungs- und Geräteschutz zu erkennen.

Wer tiefer in Normsymbole einsteigen möchte, findet den Standard dazu beim IEC 60617 Symbolkatalog (Referenz für grafische Symbole).

Wo Sie das Sicherungssymbol in der Haus- und PV-Praxis typischerweise finden

Gerade bei modernisierten Häusern (PV, Wallbox, Smart Home, Notstrom) tauchen Sicherungen und Schutzorgane an mehreren Stellen im Plan auf:

  • Unterverteilung: Absicherung einzelner Endstromkreise (Steckdosen, Licht, Küche, Außenanlagen).
  • Zähler-/Hauptverteilung: Vorsicherungen, Hauptschutz, Selektivitätsstufen.
  • Photovoltaik: Absicherung von Nebenstromkreisen, teilweise in String- oder Generatoranschlusskästen (je nach System), sowie Schutz im AC-Bereich.
  • Wallbox: eigener abgesicherter Stromkreis, oft mit zusätzlichem Fehlerstromschutz nach Vorgabe des Herstellers und der Normen.
  • Notstrom/Ersatzstrom: Schutzorgane im Umschaltkonzept und in Abgängen zu priorisierten Verbrauchern.

Das Entscheidende: Das Sicherungssymbol sagt Ihnen, wo ein Stromkreis getrennt wird, und die Beschriftung sagt Ihnen warum und wie.

Fotoartige Szene: Offener Hausverteiler/Zählerschrank mit deutlich erkennbaren Leitungsschutzschaltern, FI/RCD und einem beschrifteten Sicherungsfeld. Daneben liegt ein ausgedruckter Stromlaufplan, auf dem Sicherungen mit F1/F2 markiert sind.

Mini-Check: So prüfen Sie in 30 Sekunden, ob Sie das richtige „Sicherung“-Bauteil vor sich haben

Wenn Sie im Schaltplan ein Symbol sehen und unsicher sind, helfen diese kurzen Fragen:

  • Steht am Symbol „F…“ und eine Ampere-Angabe? Dann ist es sehr wahrscheinlich eine Schmelzsicherung oder Gerätesicherung.
  • Steht „B16/C16“ oder ein Schalterkennzeichen? Dann ist es meist ein Leitungsschutzschalter.
  • Steht „IΔn“ (z. B. 30 mA)? Dann ist es ein FI/RCD und keine Sicherung.
  • Sind mehrere Pole gemeinsam geschaltet? Das deutet auf mehrpolige Schutzorgane hin (wichtig bei Drehstrom und bei Abschaltbedingungen).

Wann Sie bei Sicherungen nicht selbst „interpretieren“, sondern prüfen lassen sollten

Schaltpläne sind eine starke Hilfe, ersetzen aber keine Messung und keine fachliche Bewertung. Holen Sie eine Elektrofachkraft hinzu, wenn:

  • Sicherungen wiederholt auslösen und die Ursache unklar ist (Überlast, Isolationsfehler, defektes Gerät, lockere Klemme).
  • Sie eine PV-Anlage, Wallbox oder Notstromlösung nachrüsten und die Selektivität sowie die Schutzorgane sauber abgestimmt werden müssen.
  • Sie im Plan Abweichungen zur realen Verteilung feststellen (Umbauten, fehlende Beschriftung, „gewachsene“ Installationen).

In solchen Fällen ist eine strukturierte Prüfung inklusive Dokumentation oft der schnellste Weg zur sicheren Lösung.

Unterstützung in Barmstedt und Umgebung

Wenn Sie bei einem Umbau, einer Erweiterung (z. B. Photovoltaik oder Wallbox) oder bei wiederkehrenden Auslösungen klären möchten, welche Sicherung wofür zuständig ist und ob die Auslegung passt, unterstützt Sie Notstrom & Elektrotechnik Sven Sanny mit Beratung, Installation und Service in der Region Barmstedt. Mehr dazu finden Sie auf der Website: notstrom-sanny.de.

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